Planning
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Planung ist kein Jahresritual. In unsicheren Zeiten ist sie das Steuerungssystem. 

Geschrieben von
Fabian Volbers Team Lead Commercial Growth Deutschland
Fabian Volbers, Team Lead Commercial Growth Germany bei der HICO Group, unterstützt Unternehmen dabei, Business Intelligence mit individuell zugeschnittenen Lösungen besser zu nutzen. Er hilft ihnen, ihre Datenkompetenz zu stärken und aus Daten konkrete Erkenntnisse für fundierte Entscheidungen zu gewinnen.


Veröffentlichungsdatum
30. September 2026
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Geopolitik, Energiepreise, Margendruck, Zinsen: Die Rahmenbedingungen ändern sich schneller, als ein klassischer Budgetprozess sie abbilden kann. Wer dann nur berichtet, was schon passiert ist, steuert im Rückspiegel. Wer plant -integriert, treiberbasiert und in Szenarien -, hält Handlungsspielraum.

Die Lage ist nicht vorübergehend

Die Deloitte European CFO Survey vom Frühjahr 2026 (über 1.100 CFOs in zwölf europäischen Ländern, darunter die Schweiz) zeigt das klar. Der Anteil der CFOs, die pessimistischer auf die finanziellen Aussichten ihres Unternehmens blicken als drei Monate zuvor, ist von 25 auf 48 Prozent gestiegen – der höchste Wert seit der Energiekrise 2022. 76 Prozent stufen die externe finanzielle und wirtschaftliche Unsicherheit als hoch oder sehr hoch ein. 85 Prozent halten den Moment für ungeeignet, zusätzliche Bilanzrisiken einzugehen. Das am häufigsten genutzte Instrument gegen diese Unsicherheit: Szenarioanalyse und Wirkungsabschätzung, eingesetzt von 51 Prozent der Befragten. 

Gleichzeitig bleibt die operative Realität hinter dem Anspruch zurück. Eine Grant-Thornton-Befragung von 530 britischen CFOs kommt zu einem ähnlichen Bild: Nur 35 Prozent fühlen sich sehr sicher, die Risiken globaler Volatilität in den nächsten zwölf Monaten zu steuern. Woran Boards ihre CFOs am stärksten messen, ist laut derselben Studie die Fähigkeit, in volatilen Bedingungen belastbare Forecasts zu liefern. Genau dort hakt es: Manuelle Prozesse (35 Prozent), fehlende Kapazität (33 Prozent) und ungeeignete Modelle bremsen die Szenarioplanung. 

Das Muster ist bekannt und aktuell zugleich. Unsicherheit ist der Normalzustand. Die Organisationen, die trotzdem entscheiden können, unterscheiden sich nicht durch bessere Prognosen der Weltlage, sondern durch schnellere, sauberere Planung auf den Treibern, die sie selbst beeinflussen.

Warum der Fokus auf Planung jetzt wirkt

Drei Gründe, warum Planung in einem schwierigen Umfeld mehr Hebel hat als reines Kostenprogramm oder zusätzliches Reporting: 

Entscheidungen brauchen Alternativen, keine Punktprognose. Ein Jahresbudget, das im November festgezurrt wird, ist nach dem ersten externen Schock bereits veraltet. Rolling Forecasts und zwei bis drei durchgerechnete Szenarien – Nachfrageeinbruch, Kostenanstieg, Mixverschiebung – machen die finanzielle Wirkung sichtbar, bevor die Entscheidung fällt. Der Wert liegt nicht darin, das richtige Szenario zu treffen. Er liegt darin, die Reaktion schon durchdacht zu haben.

Marge entsteht an der Schnittstelle von Vertrieb, Operations und Finance. In einem Umfeld, in dem Umsatz oft noch wächst, die Marge aber unter Druck steht (bei Deloitte erwarten 36 Prozent sinkende Margen, nur 35 Prozent eine Verbesserung), reicht eine isolierte Finanzplanung nicht. Integrierte Planung verbindet Absatz, Produktion, Einkauf und Personal mit der Gewinn- und Verlustrechnung und der Liquidität. Abweichungen werden auf den Treiber zurückgeführt, nicht nur auf die Kostenstelle. 

Geschwindigkeit schlägt Präzision um die zweite Nachkommastelle. Excel-Landschaften mit SQL- und Access-Zwischenschichten sind in stabilen Jahren tragbar. Unter Unsicherheit werden sie zum Engpass: Abstimmungsschleifen, Versionschaos, keine gemeinsame Zahlenbasis. Wer den Zyklus von Wochen auf Tage verkürzt und unterjährig nachsteuert, gewinnt den eigentlichen Vorteil – nicht das schönere Dashboard. 

Eine American-Express-Befragung von knapp 1.000 Finance-Führungskräften in 14 Ländern bestätigt die Verschiebung: Der Anteil, der verbessertes Forecasting als Antwort auf Working-Capital-Druck priorisiert, stieg binnen eines Jahres von 32 auf 44 Prozent. Automation zog von 32 auf 43 Prozent an. Der Fokus wandert dorthin, wo Finance direkt wirken kann.

Was das konkret verlangt

Gute Planung in diesem Umfeld ist kein weiteres Tool-Projekt. Sie ist ein Betriebsmodell:

  • eine gemeinsame Datenbasis statt paralleler Excel-Wahrheiten
  • treiberbasierte Modelle, die Was-wäre-wenn in Stunden statt in Wochen rechnen
  • unterjährige Zyklen, die zur Routine werden
  • KI dort, wo sie Muster in Historie erkennt, Ausreisser markiert und Forecasts vorschlägt – erklärbar und nachvollziehbar, nicht als Black Box
  • Menschen, die das Modell tragen, auch wenn das eigene Team gerade keine Kapazität hat

Genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob Digitalisierung im Finance ein Folienprojekt bleibt oder im Monatsabschluss ankommt.

Unser Beitrag: Jedox, Interim und AI im Tagesgeschäft

Als Jedox Diamond Partner setzen wir die Plattform dort ein, wo Planung, Forecasting und Performance Management zusammengehören. Jedox verbindet die Logik der integrierten Planung mit vorgefertigten KI-Modulen, einer nachvollziehbaren Forecast-Engine und der Anbindung an bestehende Systeme wie SAP. Die Oberfläche bleibt für Fachbereiche bedienbar. Die Steuerung bleibt bei Finance. 

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die Zusammenarbeit mit Mitsui Chemicals Europe. Die bisherige Landschaft aus Excel, SQL und Access wurde durch eine Jedox-Anwendung ersetzt, die Vertriebsplanung über ein heterogenes Portfolio – Automotive, Food, Packaging, Healthcare – auf einem Detaillierungsgrad ermöglicht, der vorher nicht darstellbar war. Im nächsten Schritt lieferte das KI-gestützte Forecasting-Modul trotz zunächst kurzer Historie, nach Migration und Aufbereitung von drei Jahren SAP-Daten, eine Forecast-Genauigkeit von 95 Prozent für zentrale Produktgruppen. Sascha Geng, Director Performance Controlling: „Mit Jedox können wir auf einem Detailniveau planen, das zuvor nicht möglich war. Durch die KI-Engine erzielen wir sehr präzise Prognosewerte – und sehen grosses Potenzial für weitere Optimierung und Automatisierung.“ 

Technologie allein schliesst die Lücke nicht. Deshalb ist Interims Controlling bei uns kein Lückenfüller, sondern Beschleuniger. HICO-Expertinnen und -Experten gehen temporär ins Team, bringen Methode, Modell und Umsetzung mit und hinterlassen ein System, das das eigene Controlling weiterbetreiben kann. Skills, Flexibilität und Tempo – genau dann, wenn der digitale Weg zu Finance und Controlling nicht auf die nächste Budgetrunde warten darf. 

AI ist dabei kein Zusatzmodul am Rand. Sie sitzt in der Forecast-Logik, in der Datenaufbereitung und in der Art, wie wir Planungszyklen kürzen. Immer mit der gleichen Bedingung: nachvollziehbar, an die Geschäftslogik gekoppelt, vom Team steuerbar.

Der praktische nächste Schritt

Wer Unsicherheit nur beobachtet, verliert den Takt. Wer sie in Szenarien, Treibern und einem kürzeren Planungszyklus übersetzt, entscheidet früher und mit besserer Begründung. Das ist keine Frage des Konjunkturzyklus. Es ist eine Frage der Fähigkeit. 

Wenn Ihr Planungsprozess noch am Jahresbudget hängt, die Szenarien in Excel leben oder dem Team schlicht die Kapazität für den nächsten Schritt fehlt: Genau dafür sind wir da. Als Jedox Diamond Partner, mit Interims Controlling, das den digitalen Weg verkürzt, und mit AI, die im Modell arbeitet statt in der Präsentation.​

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